Der Gemeindewald

Der Gemeindewald Denzlingen

 

Gegenwärtig umfasst der Gemeindewald Denzlingen fünf Distrikte, gegliedert in 13 Abteilungen mit insgesamt rd. 220 ha Wald. Diese teilen sich auf in folgende Distrikte: 

 

Distrikt 1 Einbollen mit 81 ha 

Distrikt 2 Flissert mit 41 ha 

Distrikt 3 Hau (Unterer Wald) mit 64 ha 

Distrikt 4 Käferhölzle mit 30 ha 

Distrikt 5 Mauracher Berg mit 10 ha.

 

Auf der Gemarkung Denzlingen befinden sich 263 ha Wald, die sich auf die zwei Besitzarten Gemeindewald mit 229 ha und Privatwald mit 34 ha aufteilen; dies ergibt ein Bewaldungsprozent für Denzlingen von 15,52%.

Bewaldungsprozent zum Vergleich

Landkreis Emmendingen 45%,  

Land Baden-Württemberg 39 %, 

Bundesrepublik Deutschland 31 %. 

 

Verschiedene Vorgaben sind für die Waldbewirtschaftung von großer Bedeutung: 

1. Oberstes Ziel ist der Erhalt der Multifunktionalität des Gemeindewaldes.

2. Walderhalt, Naherholungsfunktion und Ökologie stehen gleichrangig neben der Wirtschaftsfunktion.

3. Im Durchschnitt eines Jahrzehntes soll ein ausgeglichenes Haushaltsergebnis erwirtschaftet werden.

4. Die Brennholzversorgung der örtlichen Bevölkerung aus dem Gemeindewald soll gewährleistet bleiben.

Durch naturnahe Waldwirtschaft sollen die oben genannten Ziele umgesetzt werden. Die Eckpfeiler sind: Naturnähe und Vielfalt bei der Baumartenwahl, Begründung und Erhaltung stufiger Mischbestände, Förderung der Stabilität, Anwendung geeigneter Verjüngungsverfahren, Wald- und wildgerechte Jagd, Biotopsicherung und -pflege. 

 

Neben der Holzproduktion werden im Gemeindewald weitere wichtige Funktionen für die Allgemeinheit erfüllt. Diese werden durch die Waldfunktionen- bzw. Waldbiotopkartierung dokumentiert. Zählt man die einzelnen Funktionen, die der Gemeindewald Denzlingen erfüllt zusammen, so ergibt sich eine rund 2,3 fache Funktionsüberlagerung je ha Waldfläche. 

Die Einzelfunktionen:

Klimaschutzwald 184 ha

Erholungswaldstufe1 11 ha

Erholungswaldstufe2 165 ha

Wasser und Quellschutzgebiete 106 ha

Immisionschutzwald 67 ha

 

Ebenso befinden sich im Gemeindewald über 13 Biotope, die flächenmäßig nicht erfasst sind z. B. Steinbrüche.

 

Baumarten

Die Hauptbaumarten sind die Buche 26%, Eiche 14%, Esche/Ahorn 15 %, Tanne 6%, Fichte 5%, Douglasien 6 %, Kiefer/Lärche 3% und sonstige Baumarten 25 % (alle nicht genannten Baumarten). Das derzeitige Verhältnis von Laub zu Nadelholz beträgt 79% zu 21% und entspricht nicht ganz dem Regionalwald, der einen höheren Nadelholzanteil besitzt. 

 

 

Klimaerwärmung und die Baumarten 

Durch die Veränderungen werden höhere Durchschnittstemperaturen und Trockenheitsabschnitte die Folge sein. Diese sind meist nicht waldfreundlich, sondern unterstützen im Gegenteil meist die Baumschädlinge wie Pilze und Käfer (diverse Borkenkäferarten).

Größter Verlierer sind dabei die Fichten (Käfer), Eschen (Pilz) und Ahorn (Wasser). Gewinner sind die anpassungsfähigen Baumarten wie Buche, Eiche, Stieleichen (in Tieflagen) und Traubeneichen (in Berglagen). Die einst so geliebte Roteiche macht wegen vermehrten Pilzbefall Probleme. Die seit der Eiszeit verschwundenen Baumarten wie Hichory, Schwarznuss, Baumhasel und Douglasien gehören zu den anpassungsfähigen und zu den Klimaerwärmungsgewinnern. Sie werden aus diesem Grund in den nächsten Jahren verstärkt angebaut.

 

Holzvorrat

Der Denzlinger Gemeindewald besitzt einen Holzvorrat von 64.000 Kubikmeter umgerechnet auf den Hektar (ha) entsprechen das rd. 300 m3. 

 

Wuchsleistung

Der laufende Zuwachs beträgt im Gemeindewald Denzlingen rund 1.700 fm/Jahr oder 7,7 Efm/Jahr und ha.

Da der Holzvorrat weiter aufgebaut werden muß, dürfen nur 1.200 Festmeter (Kubikmeter) was 5,4 Efm/Jahr und ha entspricht, eingeschlagen werden (Nachhaltigkeitsprinzip).

 

Holzeinschlag :

Im Jahre 2012 wurden im Denzlinger Gemeindewald 1.270 Festmeter eingeschlagen.

 

Sorten                                                                           Fm o.R.                                   %             
Brennholz lang 45,3 4
Brennschichtholzndurch Selbsterwerber 484,0 38
Derbholz im Reisig 60,0 5
Hack-Rohholz 48,0 4
Industrieholz lang 212,3 17
Stammholz normal 420,7 33
Gesamtsumme                                                           1270,3                                    100         

 

 

38 % des Holzeinschlages werden von den Brennholzselbstwerbern eingeschlagen.

Der Stammholzeinschlag erfolgt durch die Forstwirte (2,5 Stellen) des Gemeindeverwaltungsverbandes.

 

Aufforstung

Der Gemeindewald Denzlingen wird durch zwei Hauptverfahren verjüngt.

 

Naturverjüngung

Immer dort, wo sich die Altbäume verjüngen wollen und diese Baumart auch erwünscht ist, werden die Altbäume über Jahre hinweg entnommen (geräumt). Durch diese Lichtsteuerung werden die jungen Bäume gefördert. Geschieht dies zu schnell, werden Unkräuter und Beeren diesen Platz für sich beanspruchen und das Auflaufen der Naturverjüngung verhindern. Nur dort wo ein Baumartwechsel stattfinden soll oder die Naturverjüngung nicht aufläuft wird angepflanzt.

 

Pflanzung

Im Frühjahr 2013 wurden im Gemeindewald 1,6 Hektar mit standortheimischen Laubhölzern bepflanzt. Neben 4.151 Pflanzen (1.815 Douglasien, 1.936 Traubeneichen und 150 lindenblättrige Birke) mussten 250 Jungpflanzen nachgepflanzt werden. Davon wurden 1.216 (meist Eichen) mit Wuchshüllen geschützt. Die Wuchshüllen schützen die Pflanzen vor Wildverbiss und verhindern das Fegen des Rehbockes. Sie bilden in ihrem Inneren ein wuchsförderndes Klima (Minigewächshaus). Auf den bepflanzten Flächen wurden meist am Bestandesrand Wildobst oder andere seltene Bäume mit angepflanzt.

 

Kultursicherung

Im laufenden Kalenderjahr mussten die Forstwirte auf insgesamt 6 Hektar Kulturflächen (bepflanzte Flächen) Kultursicherungsarbeiten durchführen. Dabei sind die Jungpflanzen überwiegend mit Freischneidern (Motorsensen) von den Konkurrenzvegetation (Dornen, verschiedene Farne, Springkräutern und Gräsern) frei zu mähen. Durch das diesjährige unkrautwuchsfördende Frühjahr (niederschlagreich) mussten für das Reinigen 370 Std = 15.000 Euro aufgebracht werden. Manche Flächen mussten bis zu dreimal gereinigt werden. 

 

Jungbestandspflege

Im Frühjahr 2013 wurden 5 Hektar Laubstangenhölzer mit einer Baumhöhe von ca. 7-13 Metern gepflegt. Bei dieser Pflege wird zugunsten einzelner Mischbaumarten eingegriffen bzw. es werden schlechtformige Bestandesglieder entnommen. Des Weiteren werden ab einer Baumhöhe von über zwölf Metern zunehmend die guten Bestandesglieder durch Entnahme von ein oder zwei bedrängenden Bäumen gefördert. In den stärkeren Bestandesteilen wird diese Arbeit durch den Förster durchgeführt, der die Bäume kennzeichnet und der Selbstwerber die gekennzeichneten Bäume umsägt (kostengünstige Variante).

Die Forstwirte des Gemeindeverwaltungsverbandes haben im vergangenen Jahr 1.200 Std. im Gemeindewald gearbeitet. Die Schwerpunkte waren die Holzernte mit 575 Std., Pflanz- und Kulturarbeiten 502 Std. und die Bestandespflege mit 47 Std. Es entstehen auch Kosten, weil der Waldbesucher den Wald mit seinen vielfachen Nutzungen durch die Nähe zu den Wohngebieten das ganze Jahr nutzen kann. 

Der Mauracher Berg und der Einbollen tragen die Hauptlast der Walderholung. Sie werden mehrfach täglich stark frequentiert. Dadurch entsteht erhöhter Aufwand bei der Waldbewirtschaftung, Verkehrssicherungspflicht und Wegeunterhaltung. Zusätzlich steigen auch die Anforderungen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit durch Waldführungen für Schulklassen, Waldbesucher und Denzlinger Bürger.


Einladung

Bitte beachten Sie das Amtsblatt bzw. die Akündigung in der aktuellen Tageszeitung. Termin wie jedes Jahr! An einem Wochenende vor Ostern, findet der Wald-Pflanztag im Gemeindewald Denzlingen statt (wahrscheinlich im Unteren Wald). Dazu sind Sie alle eingeladen. Kinder sind besonders willkommen. Um eine ausreichende Verköstigung gewährleisten zu können, wird um Anmeldung gebeten.

 

Klaus Scherer

Ihr Förster 

Ihr Ansprechpartner in Sachen Wald

klausscherer@t-online.de

 

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