zurück zu AKTUELLES

Ergebnisse der Zukunftswerkstatt Denzlingen 2030 – Wie soll sich Denzlingen entwickeln?

Am 22.09.2016 trafen sich ca. 80 Denzlinger Bürgerinnen und Bürger zur Zukunftswerkstatt. Nach einer Vorstellung der Ergebnisse aus der Bürgerumfrage und der Kinder- und Jugendbeteiligung fanden sich die Teilnehmer in insgesamt sechs Gruppen zusammen, um in selbst gewählten Themenstellungen über die Weiterentwicklung der Gemeinde zu diskutieren.

“Was bewegt unsere Gemeinde? Aktive Bürger haben frische Ideen für Denzlingen zusammengetragen. Ich bin dankbar und glücklich über das große bürgerschaftliche Engagement,„ so Bürgermeister Markus Hollemann. Er ist beeindruckt vom Ergebnis der Bürgerumfrage: Dort sagen 97 % der Befragten „wir leben mit großer Freude in Denzlingen“ (46 % antworteten mit „sehr gerne“ und 51 % mit „gerne“). Das ist ein beachtliches Ergebnis.

Näheres zu den detaillierten Ergebnissen der Zukunftswerkstatt erfahren Sie unter www.denzlingen2030.de.

Arbeitsgruppe Senioren
Mit der Frage, wie Denzlingen auch für Senioren ein noch lebenswerterer Ort werden kann, hat sich die „Arbeitsgruppe Senioren“ beschäftigt.
Im Zentrum der Überlegungen standen die Fragen, wie sich die Senioren in Denzlingen ihre Mobilität und Eigenständigkeit erhalten können. Dabei wurden Ideen entwickelt, die nicht nur den Senioren, sondern allen Denzlinger Einwohnerinnen und Einwohnern zugute kommen können.

Vorschläge zu Gemeinschaft und Aktivität
-    Schaffung gemeinnütziger Räume für Senioren: Die Senioren wünschten mehr Räume für Austausch, Treffen, Bewegung, Fitness, Gedächtnistraining. Diese Räume sollten nicht nur im Zentrum, sondern auch im Süden und Norden (also dezentral) angesiedelt werden.
-    Wie in größeren Städten, so könnten auch in Denzlingen „Spielplätze für Ältere“ bzw. Trimm-Dich-Stationen angelegt werden, an denen man trainieren kann.
-    Möglichkeiten der Ehrenamtlichkeit noch stärker nutzen: Die Angebote der AIV, die Ehrenamtliche zusammenbringt, sollten noch mehr genutzt werden.
-    Das Schwimmbad könnte Aqua-Cycling anbieten.
-    Für die Fitness: Kneipp Anlage auf der Insel beim Inselhaus bauen.

Vorschläge zur Steigerung der Aufenthaltsqualität im Ort
-    Wünschenswert wäre eine öffentliche Toilette in der Ortsmitte und im Bahnhofsbereich.
-    Im Ort sollten mehr Sitzmöglichkeiten eingerichtet werden.

Vorschläge für die Erhaltung der Mobilität von Senioren
-    Mobilität für Senioren: Wichtig für Senioren in Denzlingen ist: die Orte des täglichen Lebens sollten auch im Alter selbständig erreicht werden können. Die Arbeitsgruppe schlug eine phantasievolle Möglichkeit vor, dies zu realisieren: Wie am Flughafen könnte ein Förderband, auf dem man gehen und stehen kann, quer durch den Ort führen. Eine andere Möglichkeit wäre ein für Senioren kostenfreier Orts-Bus.
-    Die Gehwege sollten stolperfrei gehalten werden. Gerade vor dem Seniorenheim besteht hier Handlungsbedarf.
-    Barrierefreie Zugänge schaffen für öffentliche Einrichtungen oder zu Arztpraxen.
-    Ein Lieferservice könnte Einkäufe nach Hause bringen.

Vorschläge für ein ruhigeres Denzlingen
-    Ein Aufruf an alle Denzlinger Gartenbesitzer und Hausmeister: Das Rasenmähen sollte nicht zur Mittagszeit stattfinden.
-    Die Kirchenglocken könnten nachts abgestellt werden.



Arbeitsgruppe Verkehrsentwicklung
Die Arbeitsgruppe „Verkehrsentwicklung“ beschäftigte sich mit der Entlastung Denzlingens vom Verkehr durch ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept. Der Kern der Gedanken war es, den Verkehr in Denzlingen nicht nur durch eine Vermeidungs- und Reglementierungsstrategie zu verringern, sondern dem PKW-Verkehr attraktive Alternativen entgegen zu setzen, sodass das Auto immer weniger genutzt wird. So wird der Ortskern vom Verkehr entlastet und seine Attraktivität für Fußgänger und Fahrradfahrer gesteigert.

Ein neues Mobilitätskonzept:
-    Fahrradverleih/ E-Bike-Verleih soll einen Anreiz schaffen, dass Bürger und Besucher umweltfreundliche Verkehrsmittel verwenden.
-    An zentralen Ortspunkten sollten Akkutauschstationen für Elektro-Fahrradfahrer aufgestellt werden, da diese immer mehr genutzt werden.
-    Fahrradwege sollen ausgebaut werden und auch in Tempo 30 Zonen errichtet werden.
-    Verkehrsfläche für PKWs ist ausreichend und muss reduziert werden. Die gewonnene Fläche sollte für andere Verkehrsteilnehmer (Fahrradfahrer, Fußgänger) zugänglich gemacht werden.
-    Das Einrichten einer oder mehrere Carsharing Stationen soll die Flexibilität der Bürger erhöhen, aber auch eine Reduzierung des PKW Verkehrs herbeiführen.
-    Selbstfahrende, umweltfreundliche Kraftfahrzeuge könnten eines Tages den Zugang zum Bahnhof erleichtern. Bürger, die am Ortsrand leben sollen mittels mobilen Apps selbstfahrende Autos rufen und nutzen können. Damit wäre ein öffentliches Verkehrsmittel (Bus) hinfällig.

Gestaltung und Anbindung des Bahnhofsareals:
-    Der Bahnhof ist als Verkehrsknotenpunkt ein zentrales Element für Denzlingen. Eine Umgestaltung des Bahnhofs muss angedacht werden, sodass dieser noch attraktiver wird.
-    Einrichten einer Fußgängerzone zwischen Bahnhof und Rosenstraße oder, noch besser, bis zum Apothekergässle. Zur Realisierung könnte eine Umgehungsstraße von der Schwarzwaldstraße zur Hauptstraße sinnvoll sein.

Neue Wege in der Logistik:
-    Das Einrichten eines Zentrallagers für die Supermärkte soll die Verkehrsbelastung durch LKWs reduzieren. Kleintransporte könnten die letzte Meile übernehmen.



Arbeitsgruppe Infrastruktur
Den Tourismus als Zugpferd für Kreativität und Veränderung einzusetzen, schlägt die Arbeitsgruppe „Infrastruktur“ vor. Denn was Touristen anlockt, kommt auch den Einwohnern zugute. Dazu gehört, dass über Denzlingens Angebote zentral und einfach zugänglich informiert wird.

Auswertung des Bahnhofsareals
-    Der Bahnhof ist ein attraktiver Standort und ein Tor zu Denzlingen und sollte entsprechend aufgewertet werden.
-    Anbringen von Digitalanzeigen am Bahnhof mit einfacheren Zugang zu Informationen (Haltestellen, Abfahrtszeiten) ist wünschenswert.
-    Bei einem am Bahnhof stationierten Fahrradverleih lassen sich per App Fahrräder mieten.

Infrastruktur
-    Von mehr öffentlichen Toiletten profitieren Einwohner und Touristen.
-    Mehr Hundetütenstationen sollen das Entsorgen von Hundekot erleichtern.
-    Bereiche für Grünbebauung im Zentrum schaffen.
-    Ein neuer Wohnmobilstellplatz könnte Touristen nach Denzlingen locken.
-    Allerdings gilt es zu bedenken, dass mit diesen Maßnahmen Kosten für Einrichtung und Unterhalt verbunden sind.

Entschleunigung im Verkehr
-    Die Hauptstraße könnte in eine „Spielstraße“ umgewandelt werden (gemeinsames Benutzen der Verkehrsflächen durch Fahrradfahrer, Fußgänger und PKWs).
-    Ein Parkleitsystem erleichtert die Parkplatzsuche. Die Abstellflächen ließen sich durch den Bau von Parkdecks über bestehenden Parkplätzen erhöhen, ohne Grünfläche zu verbrauchen.
-    Mehr Kreisverkehre sollen den Verkehrsfluss erleichtern.
-    Das Radwegenetz sollte noch weiter ausgebaut werden. Anfangen könnte man mit einem Radweg zwischen Glottertal und Denzlingen, an der Hindenburgstraße sowie an der Berliner Straße.



Arbeitsgruppe Vernetzung der Institution von Erziehung, Bildung und Jugendaktivität
Die Arbeitsgruppe schlägt vor, durch eine Vernetzung in den Themenkreisen Bildung, Erziehung und Jugendarbeit ein flexibles Betreuungsangebot sicherzustellen und auszubauen, sowie ein attraktives Angebot zu schaffen, das Jugendliche im Ort hält. Individuelles Lernen soll gefördert und den Eltern die Vereinbarung von Arbeit und Familie erleichtert werden.

Attraktive Freizeitmöglichkeiten:
-    Schaffen von attraktiven Freizeiteinrichtungen/Plätzen für Jugendliche und junge Erwachsene, damit eine Abwanderung dieser Zielgruppe verhindert werden kann.
-    Individualisiertes Lernen soll gefördert werden: Bildungshaus/Kreativhaus (ähnlich wie in Waldkirch): Verwirklichung der eigenen Interessen der Kinder (Bilder, Kunst, Musik, Theater).
-    Betreuung durch Pädagogen.
-    Attraktivität der Einrichtungen für Jugendliche steigern.

Flexible Betreuungsangebote
-    Mehr flexible Öffnungszeiten in der Kinderbetreuung sind gewünscht; Ausrichtung nach Anzahl der Betreuungstage und der Tageszeit.
-    Ganztagsbetreuung in Schulen und Kindergärten soll ausgebaut werden, insbesondere bei der Nachmittagsbetreuung. Hierbei ist eine freiwillige Teilnahme wichtig, da jede Familie unterschiedliche Bedürfnisse hat.
-    Festlegen von Richtlinien, welche die Betreuungszeiten und Schließtermine sicherstellen.



Arbeitsgruppe Stadtpark / Grüner Ortskern
Denzlingen soll grün bleiben, denn das macht den Charakter des Ortes aus, so die Ansicht der Arbeitsgruppe “Stadtpark / Grüner Ortskern”. Dazu gehört es, noch mehr grüne Elemente in den Ortskern zu holen, dessen Dorfcharakter zu erhalten und die weitere Innenverdichtung mit Maß zu betreiben.

Grün im Ort
-    Kein zusätzlicher Flächenverbrauch durch mehr Straßen („Lärmstraßen“).
-    Errichten von grünen Bereichen in und Wohnbereichen, um eine Abtrennung zum Gewerbegebiet zu schaffen (grüner Gürtel).
-    In Unterdorf den landwirtschaftlichen Charakter pflegen und erhalten.
-    Keine Grünstreifen aufgeben oder Bäume fällen, um Nutzflächen zu erhalten.
-    Mehr Bäume mit ausreichend Grünflächen einrichten.
-    Erhalten von bestehenden Begrünungsanlagen und des Baumbestands.
-    Im Stadtpark einen Rosengarten anlegen, Sitzflächen zur Verfügung stellen.
-    Die Rosenstraße soll noch grüner werden.

Ortskern
-    Der Ortskern soll noch attraktiver gemacht werden, zum Beispiel durch Sitzgruppen (gegebenenfalls mit Spieltischen) und grünen Oasen.
-    Der Übergang von Unterdorf zur Bahnunterführung ist problematisch. Eine phantasievolle Lösung wäre hier das Untertunneln der Hauptstraße, das die Engstelle und den Ortskern vom Verkehr entlastet.
-    Keine Anlage von neuen Parkplätzen.



Arbeitsgruppe Vermischte Themen
Eine Arbeitsgruppe widmete sich verschiedenen Themenkreisen und sammelte Ideen zur Nahversorgung, zum Wohnen in Denzlingen, zur Nachhaltigkeit und zur Entsorgung.

Nachhaltigkeit
-    „Urban Gardening“:  Das „Grün in der Stadt“ könnte auch essbar sein. „Essbare Stadt“ (Öffentliche Beete, in denen Bürgerinnen und Bürger für sich und andere Nutzpflanzen kultivieren) macht Spaß und kann zu höherer Eigenversorgung führen.
-    Denzlingen könnte anstreben, ein klimaneutrales Dorf zu werden (Null Energie-Dorf).
-    Die Weihnachtsbäume sollten nicht mehr geschlagen und ausgestellt werden, sie könnten an Ort und Stelle gepflanzt werden.
-    Ein Recyclinghof der echten Wiederverwertung: Die einzelnen Abgabestellen könnten durch eine Rampe direkt angefahren werden. Vor Ort könnten abgelieferte, funktionsfähige Altgeräte und Altmobiliar gleich wieder verkauft werden. Der Recyclinghof ist idealerweise durchgehend wochentags geöffnet.

Wohnen:
-    Generationenwohnen auch für kinderlose Familien.
-    Bezahlbarer Wohnraum für Familien.
-    Bebauungspläne sollten angepasst werden, sodass mehr und flexiblerer Wohnraum geschaffen wird. Dadurch soll Generationenwohnen im Alter ermöglicht werden.

Fachmärkte ansiedeln
-    Nachfragedeckung nach Fachmärkten durch Zusammenarbeit von mehreren Städten, die ein neues Absatzgebiet erschließen.

Verkehrsbelastung reduzieren
-    Hauptstraße ohne parkende Autos.
-    Güterzüge außerhalb des Ortes.


Wie geht es weiter?
Die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt werden nun – ebenso wie die Ergebnisse der Bürgerumfrage und der Kinder- und Jugendbeteiligung - zu einer "Vorschlagsliste der Bürgerinnen und Bürger“ zusammengefasst. Diese wird am 15.10.2016 im BürgerInnenrat (einem Gremium aus Bürgern, die nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und eingeladen wurden) begutachtet und bearbeitet. Alles gemeinsam Erarbeitete wird dem Gemeinderat Anfang nächsten Jahres zur Priorisierung vorgelegt. Eine Bürgerversammlung ist für März 2017 geplant.