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Gemeindeentwicklungskonzept Denzlingen 2030 – Erste Tagung des Denzlinger BürgerInnenrats

Am 15. Oktober 2016 tagte zum ersten Mal ein Denzlinger BürgerInnenrat. Wer an diesem Rat teilnehmen durfte, wurde vorab per Los ermittelt – und 28 Denzlinger Bürgerinnen und Bürger nahmen die Einladung an. Sie diskutierten einen Tag lang über die Zukunft der Gemeinde und brachten ihre Ideen und Anregungen ein.

Zu Beginn der Veranstaltung informierte Bürgermeister Markus Hollemann über aktuelle städtebauliche Entwicklungen. Die Moderatorin Dr. Jutta Breitschwerd stellte die Ergebnisse der bisherigen Prozesse vor, an denen die Bürgerinnen und Bürger Denzlingens beteiligt waren. Der BürgerInnenrat wählte anschließend aus acht Themenkomplexen drei aus, über die nun diskutiert wurde: Denzlingen als Ort für Familien, die Ortsgemeinschaft und der Themenkomplex Nachhaltigkeit.

Denzlingen als Ort für Familien
Beim Diskussionspunkt Familienfreundlichkeit stellte sich schnell ein Hauptproblem heraus: die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Hierfür schlug der BürgerInnenrat unter anderem vor, die Grundstückspreise für Familien mit Kindern durch Subventionierung bei der Grundstücksvergabe zu ermäßigen. Auch sollten Bauanträge, die das Zusammenleben mehrerer Generationen ermöglichen, bevorzugt behandelt werden. Für Mehr-Generationen-Häuser böten sich insbesondere an der Hauptstraße gute Möglichkeiten an. In Anbetracht der hohen Grundstückspreise wurde auch die Bedeutung des Arbeitsmarkts in Denzlingen hervorgehoben. Um die hohen Kosten für das Wohnen zu bezahlen, müssten meist beide Elternteile arbeiten. Gerade der Digitalisierung und dem Breitbandausbau (Stichwort „schnelles Internet”) käme deshalb in Denzlingen eine besondere Bedeutung zu, um günstige Rahmenbedingungen für zusätzliche Arbeitsplätze in der Gemeinde zu schaffen.

Die Ortsgemeinschaft
Bei der Tagung des BürgerInnenrats wurde deutlich, dass Denzlingen von vielen Bewohnern als „zergliederter Ort” ohne klarem Zentrum wahrgenommen wird. Für eine bessere Integration der Ortsteile wurden unter anderem Hocks und Märkte vorgeschlagen, die nach einem rotierenden System in den Ortsteilen stattfinden könnten. Auch solle das Gebiet vom Grünen Baum bis zur Rosenstraße langfristig als Innenstadtviertel bzw. Fußgängerzone gestaltet werden. Ein weiterer Diskussionspunkt war das sogenannte Holzhäuschen, das seinerzeit als Grillplatz für Jugendliche von der Gemeinde eingerichtet wurde, aber bis heute nicht auf große Akzeptanz gestoßen sei. Der BürgerInnenrat empfahl, bei der Planung von Freizeitangeboten in Zukunft noch stärker auf die aktive Mitwirkung der Jugendlichen zu setzen.

Nachhaltigkeit in Denzlingen
Beim Thema Nachhaltigkeit ging es um Umweltaspekte und die allgemeine Frage, wie man in Denzlingen in Zukunft gut leben und arbeiten könne. Dazu wurden unter anderem die Themen Mobilität und Digitalisierung angesprochen. Um den Kfz-Verkehr in Denzlingen weiter zu reduzieren, sollten bessere Bedingungen für den Fahrradverkehr geschaffen, vermehrt Elektrobusse eingesetzt und allgemein auf Verkehrsberuhigung gesetzt werden. Als verkehrsberuhigende Maßnahmen kämen zum Beispiel Verkehrskontrollen, Fahrbahnschwellen und das Aufstellen von „Achtung Kinder!”-Schildern in Betracht. Auch in puncto Nachhaltigkeit wurde die Bedeutung eines schnellen Internets für alle angesprochen. Sollte beim Ausbau ein Stillstand eintreten, müsse die Gemeinde in Eigenregie für eine flächendeckende Versorgung mit 400 Mbit/s sorgen. Beim Stichwort Lärmvermeidung wandte sich die Mehrheit des BürgerInnenrates gegen die Aufstellung zusätzlicher Verbote. Das Privatleben solle nicht zu stark eingeschränkt werden. Damit es in Denzlingen insgesamt etwas leiser werde, könne auch auf individuelle Hausordnungen zurückgegriffen werden, die eine Mittagsruhe vorschreiben.

 

 

Fotos: Gemeinde Denzlingen