Wasserversorgungsverband Mauracher Berg

 

Seit mehr als 40 Jahren garantiert der Wasserversorgungsverband Mauracherberg Denzlingen und den umliegenden Gemeinden eine einwandfreie und sichere Trinkwasserversorgung. Der nachfolgende Beitrag gibt eine Übersicht über die Arbeit dieses Zweckverbandes.


            

Wasserwerk

 

Verbandsgebiet

Der Wasserversorgungsverband Mauracherberg wurde im Jahre 1959 von den Gemeinden Denzlingen, Reute, Vörstetten, Buchholz und Wasser mit Sitz in Denzlingen gegründet. Im Jahre 1961 trat der Wasserversorgungsverband Glottertal mit den damals noch selbständigen Gemeinden Unterglottertal, Oberglottertal, Ohrensbach, Föhrental und Heuweiler bei. 1973 schloss sich der Wasserversorgungsverband Waldkirch-Kollnau an. Durch die Gemeindereform gab es Veränderungen der Mitgliedschaft. So besteht der Wasserversorgungsverband heute aus den Mitgliedern Denzlingen, Vörstetten, Reute, Waldkirch, Emmendingen, Glottertal und Heuweiler. Vorsitzender des Verbandes ist der Denzlinger Bürgermeister. Aufgabe des Zweckverbandes ist es, die Versorgung der Verbandsmitglieder mit Trink- und Brauchwasser zu gewährleisten und wirtschaftlich zu betreiben, für Emmendingen nur im Ortsteil Wasser. Abgesehen von den Ortsteilen Buchholz und Suggental wird die Stadt Waldkirch nur dann versorgt, wenn die eigenen Quellen am Kandel für die Versorgung nicht ausreichen, was vor allem im Sommer der Fall ist. Jährlich liefert der Verband rund 1,6 bis 1,7 Millionen Kubikmeter Trinkwasser an die Verbandsgemeinden, die das Wasser an den sogenannten Übergabestellen in das örtliche Versorgungsnetz übernehmen. Während der Wasserversorgungsverband Mauracherberg also mit dem Wassermeister Roland Maile und seinen drei technischen Mitarbeitern im Wasserwerk – im Wald zwischen Denzlingen und Emmendingen-Wasser gelegen – die Wassergewinnung und -verteilung besorgt, sind die einzelnen Gemeinden für die innerörtliche Verteilung bis hin zum Hausanschluss beim Verbraucher sowie für Pflege und Wartung des örtlichen Rohrnetzes zuständig. In Denzlingen sind dafür Tiefbauamt und Bauhof verantwortlich. Das Wasserabrechnung besorgt das Rechnungsamt.
 


Wassergewinnung

Die in den Jahren 1960/62 erstellten Horizontalfilterbrunnen, auf Gemarkung Wasser und Vörstetten, konnten den Bedarf bis zum Jahre 1973 gerade noch decken. Diese beiden Brunnen sind in den Kiesgrundwasserleiter, das sogenannte obere Grundwasserstockwerk, auf etwa 11 m abgeteuft. Die Leistung der beiden Horizontalfilterbrunnen liegt derzeit bei etwa 40 l/s (Liter pro Sekunde) je Brunnen.
1971/72 wurden die Brunnen III und IV auf der Gemarkung Reute erstellt. In einer Tiefe von ca. 60 bis 90 Metern gibt es in dieser Region den oberen Muschelkalk. Dieser Muschelkalk ist regional stark verkarstet und kann somit auch Wasser führen. Die beiden Brunnen reichen in diesen Karst- oder Kluftgrundwasserleiter bis zu einer
Endtiefe von 90 Metern. Die beiden Grundwasserstockwerke sind hydraulisch völlig voneinander getrennt und an den Bohrungen wieder abgedichtet worden, so dass keinerlei Verbindung besteht. Die Abdichtung wird durch ständige Aufzeichnung der Grundwasserstände überwacht. Der Pumpversuch ergab bei beiden Brunnen eine Leistung von 100 l/s, die derzeitige Entnahmemenge liegt bei ca. 70 l/s je Brunnen.
Zur Versorgungssicherheit wurde 1992/93 der Brunnen V in der Nähe des Wasserwerkes gebaut. Dieser Brunnen ist ebenfalls wie die beiden Brunnen in Reute in oberen Muschelkalk abgeteuft worden. Zur weiteren Verbesserung der Versorgungssicherheit ist ein weiterer Brunnen geplant.

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Wasserwerk mit Pumpwerk

Das Wasserwerk auf der Gemarkung Emmendingen-Wasser gliedert sich derzeit in neun Bereiche, die im folgenden aufgeführt sind:
1. Kalkfilteranlage zur Aufbereitung der Wässer aus den Brunnen I und II, mit dazugehörigen Rückspülaggregaten und Filtersilo.
2. Zwei Reinwasserbehälter mit einem Speicherinhalt von 1.200 Kubikmetern.
3. Pumpenhalle für die Versorgung der Niederzone mit den Pumpen 1 und 2 mit einer Förderleistung von je 65 l/s sowie den Pumpen 3 und 4 mit einer Förderleistung von 100 l/s.
4. Pumpenhalle für die Versorgung der Hochzone mit der Pumpe 5 mit einer Förderleistung von 110 l/s sowie den Pumpen 6 und 7 mit einer Förderleistung von 90 l/s.
5. Zwei Transformatoren und ein Notstromaggregat für die Stromversorgung mit den dazugehörigen Mittel- und Niederspannungsschaltanlagen.
6. Schaltwarte, Fernmeldenetz, Messeinrichtungen, speicherprogrammierte Steuerungen, Fernwirkanlage und Prozessleitsystem für die Prozessabläufe sowie deren Überwachung und Dokumentation.
7. Objektschutzanlagen für das Wasserwerk, Brunnen und Hochbehälter.
8. EDV- und CAD-Anlage für die Betriebsführung sowie die Instandhaltung der Bestandspläne.
9. Werkstatt und Ersatzteillager.

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Rohrnetz

Für die Zuleitungen von den einzelnen Brunnen sowie für die Fortleitungen zu den Hochbehältern und Übergabestellen zu den einzelnen Abnehmern besteht ein Versorgungsnetz von ca. 25 km Länge bei Nennweiten der Rohre von 12,5 bis 60 cm (bezeichnet mit: DN 125 bis DN 600).

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Speicherung

Für die Versorgung der Ortsnetze und konstante Druckverhältnisse stehen Hochbehälter (HB) zur Verfügung. Der gesamte Speicherinhalt entspricht etwa einem Tagesbedarf. So steht für die Niederzone, d. h. für die Gemeinden Denzlingen Unterdorf, Vörstetten, Reute und für den Stadtteil Emmendingen-Wasser, der Hochbehälter Moggenbrunnen mit einem Inhalt von 1.200 Kubikmetern zur Verfügung. Im Hochbehälter Moggenbrunnen befindet sich das ehemalige Pumpwerk für die Hochzone als Notpumpwerk (für den Ausfall der DN 600 Hauptleitung mit 60 cm Durchmesser) zum Hochbehälter Einbollen.
Für die Hochzone, d. h. für die Gemeinde Denzlingen Oberdorf und Waldkirch-Buchholz, stehen die beiden Hochbehälter Steinhalde und Einbollen mit einem Inhalt von 1.800 bzw. 3.600 Kubikmetern zur Verfügung.

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Wasserschutzgebiet

Für den Schutz des Grundwassers ist ein Schutzgebiet von ca. 26,5 Quadratkilometern ausgewiesen, welches sich in folgende Zonen aufteilt:
1. Zone I: der Fassungsbereich
2. Zone II: die engere Schutzzone
3. Zone III A und III B: weitere Schutzzonen
In diesen einzelnen Zonen dürfen bestimmte Tätigkeiten nicht ausgeführt werden.
Im Hochbehälter Einbollen ist ein Pumpwerk integriert für die noch höher liegenden Abnehmer, die Gemeinden Glottertal und Heuweiler sowie die Stadt Waldkirch.

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Wasserqualität

Das abgegebene Trinkwasser entspricht den Anforderungen der Trinkwasserverordnung (TrinkwV). Die überwachten Parameter sind weit von den Grenzwerten entfernt. Dem Wasser werden keine Chemikalien zugesetzt. Lediglich die Rohwässer der Brunnen I und II werden im Wasserwerk über einen Naturkalksteinfilter entsäuert, weil in den geologischen Formationen, aus denen das Wasser entnommen wird, dieser natürliche Kalkstein fehlt (typisches Schwarzwaldwasser). Jährlich wird das Trinkwasser zweimal chemisch-physikalisch untersucht. Die einzelnen Brunnenwässer werden einmal jährlich chemisch-physikalisch untersucht. Ca. 60 mikrobiologische Wasseruntersuchungen jährlich bestätigen eine einwandfreie Wasserqualität. Der Nitratgehalt z.B. liegt ständig bei unter 10 mg/l, der Grenzwert nach der Trinkwasserverordnung beträgt 50 mg/l. Das Trinkwasser wird nicht desinfiziert. Leitfähigkeit und pH-Wert werden kontinuierlich gemessen und dokumentiert. Das mit einer Härte von 0,89 mol/Kubikmeter (entspricht ca. 5° dH) als sehr weich zu bezeichnende Wasser ist dem Härtebereich 1 gemäß Waschmittelgesetz zuzuordnen.

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50 Jahre Wasserversorgungsverband Mauracher Berg

>> Broschüre zum Download



IMPRESSUM

Wasserversorgungsverband
Mauracherberg


Vorsitzender:
Bürgermeister Markus Hollemann
Geschäftsstelle:
Rathaus Denzlingen
Frau Bühler
Hauptstraße 110
79211 Denzlingen
Telefon 07666/611-140

Wasserwerk

Technische Leitung:
Herr Nübling
Telefon 07641/7938

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