Marianne Maul 6. Kulturpreisträgerin

Mit einem gut besuchten ökumenischen Gottesdienst im Lothar-Fischer Saal des Kultur & Bürgerhauses und einem Festakt zur Verleihung des sechsten Denzlinger Kulturpreises an die Künstlerin Marianne Maul endete die  Denzlinger Kulturwoche 2013 nochmals mit einem markanten Höhepunkt. Vorausgegangen waren acht Tage, die reich gefüllt waren mit beeindruckenden und insgesamt sehr gut besuchten Veranstaltungen aus verschiedenen Bereichen der Kunst: Malerei, Theater, Literatur, Musik.

Seit zehn Jahren finden in zweijährigem Turnus die vom Arbeitskreis kultureller Vereine Denzlingens (AKVD) organisierten „Denzlinger Kulturwochen“ statt. Maßgeblicher Motor dieser dicht gedrängten Veranstaltungswoche ist Professor Dieter Geuenich, der als inzwischen emeritierter Hochschullehrer ein nicht hoch genug zu schätzendes Engagement für seine Wahlheimat einbringt. Mit lang anhaltendem Beifall wurde diese Tatsache bei der Kulturpreisverleihung am vergangenen Sonntag gewürdigt. Gut besucht war bereits der ökumenische Gottesdienst am Morgen des letzten Tages der Kulturwoche im Lothar-Fischer Saal. Der ökumenische Jugendchor unter der Leitung von Monika Holubarsch sorgte für eine ansprechende musikalische Gestaltung der Feier, die von Pfarrerin Sabine König und Diakon Jochen Kandziorra geleitet wurde. In dialogischer Form hielten sie auch die Predigt, in der sie stellvertretend für die Gemeinde Dank und Lob aussprachen „für den bunten Strauß an Veranstaltungen“. Dank galt jenen „Menschen, die sich alle zwei Jahre dafür stark machen und engagieren, dass hier in Denzlingen eine Kulturwoche zustande kommt.“

Feierlicher Festakt
Nach einer Pause, in der das Rote Kreuz eine feine Suppe servierte, sorgte der Akkordeonverein Denzlingen unter der Leitung von Ronny Fugmann  für eine gekonnte musikalische Umrahmung des folgenden Festaktes, der von Dieter Geuenich eröffnet wurde. Sein besonderer Gruß galt den bisherigen Kulturpreisträgern und sein nachdrücklicher Dank den aktiven Mitarbeitern des AKVD. Nicht ohne berechtigten Stolz verwies Geuenich auf mehrere Komplimente, die von namhaften Besuchern für die gelungene Kulturwoche ausgesprochen wurden, nämlich von Gesine Schwan, Gernot Erler und Mundartsänger Uli Führe, die sich jeweils sehr lobend über das hohe Niveau der Denzlinger Kulturwoche äußerten.  Geuenich ließ nochmals die gesamte Woche mit ihren 15 Veranstaltungen Revue passieren, wobei er die literarischen Veranstaltungen und die beiden Kunstausstellungen nicht vergaß. Besonders hob er die „geniale Licht- und Tontechnik von Sebastian Anders“ hervor, der bei allen Veranstaltungen der Kulturwoche für optimale Rahmenbedingungen sorgte. Überhaupt sei der Erfolg der „6. Denzlinger Kulturwoche“ nicht nur den Künstlerinnen und Künstlern zu verdanken, die durch ihren verdienten Applaus auch belohnt worden seien, sondern auch der Erfolg einer großen Zahl von Helferinnen und Helfern, die sich engagiert und mit Freude eingebracht hätten, um allen Bürgern der Gemeinde eine optimale Kulturwoche zu bieten. Es seien Hunderte, die im Laufe der Woche aktiv mitgewirkt hätten.

Dank an Sponsoren
Mit Dank erwähnte Geuenich nochmals alle Sponsoren der Kulturwoche, an der Spitze die Firmen Hummel und Schölly, die jeweils im Wechsel den Kulturpreis stiften. Aus diesem Anlass war diesmal Volker Götz als Mitglied des Hummel-Vorstandes erschienen, der auch in der siebenköpfigen Jury mitwirkte, um einen neuen Kulturpreisträger auszuwählen. Weitere Mitglieder der Jury waren Bürgermeister Markus Hollemann, Dieter Geuenich als Vorsitzender des AKVD, Professor Werner Schwan als letzter Preisträger, ferner Professor Michael Leuschner, Bernhold Baumgartner und Maria Himpele. Nach einem Grußwort des Bürgermeisters als als Schirmherr der Kulturwoche sprach Dr. Antje Lechleiter die Laudatio anlässlich der Verleihung des sechsten Kulturpreises. Zuvor lobte auch sie das „außergewöhnliche und gelungene Programm der Kulturwoche, die in der Bevölkerung ein großes Echo und somit auch eine nachträgliche Würdigung der Arbeit der kulturellen Vereine gefunden“ habe.

„Kulturlandschaft bereichert“
Sie zitierte aus den Verleihungsrichtlinien, wonach eine „Persönlichkeit in Denzlingen“ zu ehren sei, die „im Bereich der Musik, der bildenden oder darstellenden Kunst, als Buchautorin/-autor oder einem anderen Bereich der Kultur im weiteren Sinne einerseits Herausragendes leistet oder geleistet hat, andererseits aber auch durch ihr Können, Wissen und Engagement das Kulturleben in Denzlingen wesentlich bereichert oder bereichert hat“. Die Jury hat sich für Frau Marianne Maul als Preisträgerin 2013 ausgesprochen, wobei die Laudatorin eine detaillierte Würdigung ihrer Person und ihrer künstlerischen Fähigkeiten und Aktivitäten vornahm, ehe Bürgermeister Hollemann und Volker Volker Götz den Preis aushändigten.

Die Spannung stieg bei allen Anwesenden, zumal bis zuletzt niemand Kenntnis darüber hatte, wem die besondere Ehrung diesmal zuteil würde. Nachdem Dieter Geuenich jedoch die Kunsthistorikerin Antje Lechleiter als Laudatorin vorgestellt hatte, war „die Katze zumindest teilweise aus dem Sack“, das der diesjährige Kulturpreis an eine Vertreterin der Bildenden Künste gehen würde. Marianne Maul ist Zeichnerin, ihr wesentliches Ausdrucksmittel ist die Linie, die Farbe spielt nur eine sehr untergeordnete Rolle. Die in Bühl/Baden geborene Künstlerin studierte nach ihrem Abitur Kunstgeschichte und Geschichte an der Universität Karlsruhe. Marianne Maul sei eine würdige Preisträgerin, da sie „die Denzlinger Kulturlandschaft durch ihr Engagement im Arbeitskreis Bildende Kunst bereichert und bunter gemacht“ habe, wie die Laudatorin betonte und darauf hinwies, dass sie vor genau 20 Jahren den Arbeitskreis Kunst im dk gegründet habe. Unter ihrer Leitung seien in zwei Jahrzehnten rund 60 Ausstellungen realisiert worden. Die Geehrte dankte abschließend sichtlich bewegt für die erfahrene Würdigung ihrer Arbeit und des gesamten Arbeitskreises. Ihr Dank galt nicht zuletzt der Gemeinde Denzlingen für die Bereitstellung von Räumen, um Kunstausstellungen zu verwirklichen nicht zuletzt in der Galerie im Alten Rathaus.

Text und Fotos: Helmut Gall