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Stolpersteine erinnern an Opfer der NS-Zeit in Denzlingen

Gunter Demnig kommt nach Denzlingen und setzt drei Gedenksteine am 9. Juli

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, heißt es im jüdischen Talmud. Gegen das Vergessen geht der deutsche Künstler Gunter Demnig seit nunmehr 20 Jahren vor, indem er besondere Pflastersteine vor Häusern verlegt, in denen einst Opfer der Nationalsozialisten wohnten: Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, politisch Verfolgte, Zeugen Jehovas und Euthanasie-Opfer.

Am Montag, dem 9. Juli 2018, kommt der Künstler nach Denzlingen, um hier drei Erinnerungssteine zu verlegen. Die Initiative zu dieser Aktion ging vom Arbeitskreis „NS-Zeit in Denzlingen“ aus. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung vom 25. Juli 2017 einstimmig beschlossen, Gunter Demnig zu dieser Aktion nach Denzlingen einzuladen.

Die drei „Stolpersteine“ werden zum Gedenken an Anna Bassinger, Jakob Bühler und Kazimierz Dworak verlegt, und zwar am Morgen des 9. Juli um 9 Uhr in der Hauptstraße 233 (A. Bassinger), gegen 9.30 Uhr in der Hauptstraße 53 (J. Bühler) und gegen 10 Uhr im Untergraben 63 (K. Dworak). Über das Schicksal der beiden Denzlinger, die 1942 in der Gaskammer ermordet wurden bzw. des polnischen Kriegsgefangenen, der 1943 in Denzlingen erschossen wurde, informieren die beiliegenden Texte.

Am Vorabend der Stolperstein-Verlegungen wird Gunter Demnig am Sonntag, 8. Juli, um 19 Uhr auf Einladung von Bürgermeister Markus Hollemann in der Michaelskirche („Storchenturm“) einen Vortrag über „Stolpersteine – Spuren und Wege“ halten, in dem er sein künstlerisches Lebenswerk und die Motive für die Steinverlegungen erläutert.