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v.l.n.r.:  Johannes Enssle (NABU-Landesvorsitzender), Hans-Jürgen Schneider (Leiter Abt. Tiefbau Verbandsbauamt Denzlingen), 
Dr. Andre Baumann (Staatssekretär im Ministerium für Energiewirtschaft Baden-Württemberg) , Martin Schill (Verbandsbauhof Denzlingen) 
Foto: NABU/Lehnen

Projekt „Natur nah dran“: Gemeinde Denzlingen erhält Urkunde

Staatssekretär Dr. Andre Baumann und NABU-Landesvorsitzender Johannes Enssle würdigen Engagement gegen Insektensterben

Denzlingen – Am Dienstag, 23. Oktober 2018, zeichneten der Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, Dr. Andre Baumann und der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle in Wendlingen die Gemeinde Denzlingen für die erfolgreiche Teilnahme am Projekt „Natur nah dran“ aus. Tiefbauamtsleiter Hans- Jürgen Schneider und Martin Schill (Bauhof) waren vor Ort, um die Urkunde entgegen zu nehmen. Das Ziel des landesweiten Projektes war, die biologische Vielfalt zu erhalten und neuen Lebensraum für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Tiere zu schaffen.

„Wir möchten den ersten 20 „Natur nah dran“-Kommunen ein großes Dankeschön für ihren Einsatz aussprechen. Die Entwicklung der umgestalteten Projektflächen zeigt jetzt schon, dass selbst kleine Flächen mit den passenden Wildpflanzen die biologische Vielfalt im direkten Wohnumfeld der Bürgerinnen und Bürger fördern können“, betonte Staatssekretär Dr. Andre Baumann. „Beim Erhalt der Biodiversität kommt Städten und Gemeinden eine Schlüsselrolle zu. Auch im Siedlungsbereich kommt es darauf an, der Natur eine Chance zu geben.“

„Insgesamt haben wir mit ‚Natur nah dran‘ 4.600 m² Quadratmeter für zusätzliche biologische Vielfalt angelegt. Angepflanzt wurden beispielsweise verschiedene Laucharten, Tulpen, Salbei oder Glockenblumen,“ so Bürgermeister Markus Hollemann. „Unser Bauhof und das Tiefbauamt hatte dieses Projekt erfolgreich gemeinsam begleitet und umgesetzt. Dafür herzlichen Dank! Dieses Engagement wollen wir weiterführen und ausbauen. Wir hoffen auch weiterhin auf die Unterstützung durch die Bevölkerung.“ Um auch auf privaten Flächen die Biodiversität zu steigern, hat die Gemeinde Denzlingen über 1.000 kostenlose Tütchen mit Wildblumensamen verteilt. Diese Aktion soll im nächsten Frühjahr wiederholt werden. Hollemann hofft auf eine ebenso große Teilnahme von Seiten der Bürgerinnen und Bürger wie in diesem Jahr.

„Was uns besonders freut ist der erklärte Wille einiger Projektkommunen, weitere Flächen für Schmetterlinge wie den Kleinen Fuchs und Wildbienen wie die Zottelbiene anzulegen. Ich hoffe, dass viele weitere Kommunen den „Natur nah dran“-Beispielen folgen und bunte Wildblumen und Wildstauden erblühen lassen. NABU-Landesvorsitzender Johannes Enssle: „Momentan steht das Insektensterben im Blick der Öffentlichkeit. Das Engagement der Kommunen, lebendige und naturnahe Blühflächen anzulegen, ist sicher eine der richtigen Antworten auf den dramatischen Rückgang unserer Insekten. Weitere Schritte müssen allerdings folgen.“

Für ihre erfolgreiche Teilnahme an „Natur nah dran“ in den Jahren 2016 und 2017 wurden insgesamt 20 Kommunen ausgezeichnet: für 2016 die Gemeinden Abtsgmünd, Denzlingen, und Zwiefalten sowie die Städte Bretten, Bühl, Hemsbach, Lörrach, Ludwigsburg, Ravensburg und Wendlingen am Neckar ausgezeichnet, des Weiteren für 2017 die Gemeinden Altheim, Kirchheim am Ries und Rickenbach sowie die Städte Boxberg, Gernsbach, Hockenheim, Radolfzell, Reutlingen, Stutensee und Süßen.

Nachdem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Kommunen am Vormittag die Gelegenheit hatten, sich intensiv über ihre Erfahrungen mit der Anlage und Pflege naturnaher Flächen auszutauschen sowie sich weiteren fachlichen Rat bei Naturgartenplaner Dr. Reinhard Witt zu holen, wurden sie am Nachmittag für ihren Einsatz von Staatssekretär Dr. Baumann und dem NABU-Landesvorsitzenden Enssle gewürdigt.

Abschließend folgte eine kurze Exkursion zu einer „Natur nah dran“-Projektfläche in Wendlingen. Hier hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, von der Leiterin des Wendlinger Bauhofs Heike Lüttmann Details zur Entwicklung der naturnahen Flächen vor Ort zu erfahren.

Von 2016 bis 2020 gestalten über 50 Kommunen im Rahmen des Projekts „Natur nah dran“ einen Teil ihrer Straßenränder, Mittelinseln oder Brachflächen in naturnahe Blühflächen um. Ein wichtiger Teil des Projekts ist die Schulung der kommunalen Bediensteten sowie die fachliche Begleitung der Planung. Gefördert wird das Projekt durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg sowie im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes.
Weitere Infos unter www.naturnahdran.de.
 

v.l.n.r.:  Martin Schill (Verbandsbauhof Denzlingen), Hans-Jürgen Schneider (Leiter Abt. Tiefbau Verbandsbauamt Denzlingen)

Gelbbindige Furchenbiene, Foto: NABU/Anette Marquardt